Zu welcher Uhrzeit trainiert es sich am besten?

| 6. März 2014 | Kommentare (7)

Job, Freunde, Familie, Haushalt – nur wo bleibt da noch Zeit um sich fit zu halten? Wie gut, dass Joggen auch im Morgengrauen geht und Fitnessstudios rund um die Uhr geöffnet haben. Doch der Biorhythmus ist gefährdet – und auch der gesunde Schlaf. Uhr © Axel Schwenke / Flickr Bei vielen verschiebt sich der Feierabend durch den Beruf immer mehr nach hinten. Und das verleitet viele Freizeitsportler dazu, auch zu ungewöhnlichen Zeiten jenseits der 20 Uhr-Marke in den Fitnessstudios zu trainieren. Doch dieses Angebot sollte man nur in Ausnahmefällen in Anspruch nehmen um den Körper nicht aus dem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu bringen.

Diesen Hinweis gibt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln hin. Für diesen Rhythmus ist der sogenannte suprachiasmatische Nucleus, ein reiskorngroßes Areal im Zwischenhirn, verantwortlich. Dieser regelt mit dem Gute-Nacht-Hormon Melatonin und dem Wachmacher-Hormon Serotonin die innere Uhr im 24-Stunden-Takt. Dieser Biorhythmus ist dafür verantwortlich, wann wir müde werden oder aufwachen, wann wir leistungsfähig sind oder wann uns ein Leistungstief überkommt.

Morgens – Mittags oder doch Abends!

Nun fragt sich aber jeder, wann der Körper sein Hoch und wann er sein Tief hat. Prof. Froböse erklärt, dass unter normalen Umständen der Körper zwischen 9 und 11 Uhr sowie am Nachmittag von 16 bis 19 Uhr am leistungsfähigsten ist. Am besten sei der Nachmittag für Training geeignet, denn dann laufen alle körperlichen Funktionen auf Hochtouren. Dort wird der beste Trainingseffekt bei intensivem Krafttraining, anstrengenden Ausdauereinheiten oder technisch anspruchsvollen Sportarten, bei denen Koordination gefragt ist, erzielt.

Doch was kann der Sportler tun wenn man zu diesen Zeiten nicht trainieren kann? Nach Froböse kann man den eigenen Körper dadurch überlisten, indem die Aufwärmphase verlängert wird. Dadurch wird die Körperkerntemperatur angehoben wodurch die Leistungsfähigkeit auch zu einer späten Stunden gesteigert wird. Es ist jedoch darauf zu achten, dass zwischen dem Trainingsende und dem Schlafengehen zwei bis drei Stunden liegen. Dadurch wird ein problemhaftes einschlafen vermieden.

Kein exzessives Training am Abend

Auch wenn man den Körper durch eine längeres Warm-Up auf ein Training zur späten Stunde vorbereiten kann, wird von intensiven Einheiten am späten Abend oder in der Nacht abgeraten. Empfehlenswert sind dann Einheiten für Grundlagenausdauer, Yoga oder Gymnastik.

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Einordnung / Kategorie: Fitness, Training

Kommentare (7)

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  1. Sascha sagt:

    Was ist denn dann eigtl. mit dem Mannschafttraining, dass viele Vereine eigtl. immer auf Grund der Arbeitstätigkeit der Mitglieder/Mitspieler abends abgehalten wird? Sollte man in Betrieben freie Zeiten für Trainings einberaumen zur Gesundheitsoptimierung?

  2. […] Job, Freunde, Familie, Haushalt – nur wo bleibt da noch Zeit um sich fit zu halten? Wie gut, dass Joggen auch im Morgengrauen geht und Fitnessstudios rund um die Uhr geöffnet haben. Doch der… weiterlesen auf http://www.fit4life-magazin.de […]

  3. Frank sagt:

    Also ich schaffe es leider meist auch nur abends, das Ausdauertraining zu absolvieren. Der Tipp mit dem längeren Aufwärmen zur Leistungssteigerung ist gut, weil ich auch schon bemerkt habe, dass ich um diese Uhrzeit nicht so leistungsfähig bin, wie beispielsweise am Wochenende, wenn ich über Tag trainieren kann. Das größte Problem ist aber wirklich, dass ich abends in der Woche nach dem Training noch so aufgepusht bin, dass ich schlecht einschlafen kann. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft mehr darauf achten, dass zwei Stunden zwischen Training und dem Zubettgehen liegen und mal schauen, wie es dann klappt.

  4. Patrick sagt:

    Also vor der Arbeit schaffe ich es gar nicht, Sport zu treiben… Dann bleibt ja nur noch der Abend.. Mir fällt auf, dass ich danach immer kaum ins Bett komme… Ich bin dann wieder richtig wach… Auch nicht unbedingt ideal… Aber meine Mittagspause geb ich dafür nicht her 😉

  5. Dennis sagt:

    Hallo ,
    ich finde den obigen Beitrag sehr interessant und aufschlußreich. Ich dachte immer das der beste Zeitpunkt zum Training am morgen sein solle , doch laut diesem Artikel ist sogar der Nachmittag am besten und das ist etwas völlig neues für mich. Das es am Abend vor dem schlafen gehen den wenigsten Sinn macht , ist denke ich verständlich , da der Körper nach einem intensiven Training ersteinmal , seinen Ruhepol finden muss und das ist dann natürlich nicht mehr so einfach. Viele Grüße Dennis

  6. Chris sagt:

    Hallo Robert, es mag zwar etwas komisch klingen aber ich trainiere meist direkt nach dem aufstehen. Es ist zwar nur eine kurze Trainingseinheit (ca. 15 Minuten) aber sie hilft mir dabei wach und fit für den Tag zu werden. Nach dem Training gibt es einen Kaffee und dann geht es ab unter die Dusche. Ich habe Zuhause ein „WaterRower“-Rudergerät und finde diese Art des Cadiotrainings total klasse. Vor allem in den kalten Monaten ist es eine gute Alternative zum morgendlichen Joggen.

    Wie genau handhabst du das? Welche Sportarten stehen bei dir auf dem Programm?

  7. Johanna sagt:

    Du schreibst „Es ist jedoch darauf zu achten, dass zwischen dem Trainingsende und dem Schlafengehen zwei bis drei Stunden liegen. Dadurch wird ein problemhaftes einschlafen vermieden.“. Beruht das auf deinen persönlichen Erfahrungen oder kann man das pauschal auf jeden menschlichen Körper beziehen? Ich frage nach, weil ich bei mir genau diese Erfahrung gemacht habe. Wenn der Zeitraum zu kurz ist, komme ich einfach nicht richtig zur Ruhe.

    Liebe Grüße

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